Mein schlimmster Moment in Videospielen aka The Painscreek Killings

OBACHT: SPOILER!
ES WERDEN SOWOHL ELEMENTARE INHALTE DES SPIELS ALS AUCH DAS ENDE GESPOILERT!

Falls mich mal jemand fragen sollte, welches mein bisher schlimmster Moment in Videospielen war, möchte ich das hiermit festgehalten haben.

2018 wurde ich dank @Sinorrr und @ElabeeLP auf „The Painscreek Killings“ aufmerksam. Obwohl mir die Screenshots auf Steam (v.a. der letzte) schon ein wenig Unbehagen bereiteten, konnte ich die Finger dann doch nicht davon lassen. Und im Stream wird das schon alles nicht so schlimm, da bin ich ja nicht allein…dachte ich.

Worum geht’s?

Du bist Janet, eine junge und aufstrebende Journalistin und dein Redakteur hat dich mit der Untersuchung einer einst lebhaften Stadt beauftragt. Mit den Informationen, die die Medien über die Tode der Stadtbewohner veröffentlicht haben, betrittst du die Stadt in der Hoffnung, eine interessante Story schreiben zu können, nur um Gehemnisse zu lüften, die auf ewig geheim bleiben sollten.

https://store.steampowered.com/app/624270/The_Painscreek_Killings/

„The Painscreek Killings“ ist ein klassischer Walking-Simulator und das meine ich gar nicht negativ. Dieser Begriff beschreibt nur einfach ziemlich gut, was man tut, nämlich herumlaufen, Hinweise sammeln, kombinieren und nach und nach die Geschehnisse rund um Painscreek aufdecken. Achja, und Notizen machen, viele Notizen. Denn ohne Notizen geht nichts. Und genau das ist das Tolle daran. Man muss sich alles selbst erarbeiten und freut sich über jedes große und kleine „Aha“-Erlebnis.

Ok, und was ist jetzt so schlimm daran?

„The Painscreek Killings“ versteht sich ganz wunderbar darauf, mit der Psyche des Spielers (zumindest mit meiner) Schabernack zu treiben.

Als man ankommt, ist das Sherrif’s Office verschlossen. Dasselbe gilt für das naheliegende Tor, das den Eingang zum Ort markiert. Keine Menschenseele weit und breit; lediglich ein kleines Post-It am Fenster ist dabei behilflich, das restliche Painscreek unter die Lupe zu nehmen. Die Stunden vergehen und man trifft…niemanden. In der Annahme, der Ort sei verlassen, sucht man weiter nach Hinweisen und spinnt sich seine Theorien zusammen bis…ja bis man sich nichtsahnend in das Krankenhaus von Painscreek begibt und nach einem Schlüsselereignis plötzlich das Licht ausgeht. Das war der (erste) Moment (von vielen), in dem ich das Spiel am liebsten beendet hätte. Leider habe ich die Aufnahme des Streams nicht mehr. Aber es gibt ja Clips 😏 (danke Nadine, dass du das dokumentiert hast <3):

„Du bist hier ganz allein“ my ass. Abgesehen davon konnte ich dem Spiel danach nicht mehr trauen. Nächster Herzinfarkt in 3…2…1.

Nach gefühlt mehreren Wochen Pause hatte ich mich dann irgendwann wieder soweit zusammen, dass es im Stream weiterging. Und dann passierte das:

Funfact: Ich kann den Clip heute immer noch nicht ansehen, ohne Gänsehaut zu bekommen. Ab diesem Zeitpunkt, wusste ich wirklich nicht mehr, was ich noch erwarten kann/soll weil dadurch alles auf den Kopf gestellt wurde1.

Ein Aspekt von „The Painscreek Killings“ darf nicht unerwähnt bleiben: Es gibt keine Möglichkeit2, sich gegen potentielle Bedrohungen zur Wehr zu setzen. Man kann keine Waffen oder Gegenstände finden, die man als Waffe gebrauchen könnte und fühlt sich dadurch furchtbar schutzlos. Letztlich bleibt nur eine Option: Weglaufen. Damit kommen wir auch schon zum Ende und meinem (bisher) schlimmsten Moment in Videospielen.

Hat man schließlich die Geheimnisse rund um Painscreek aufgedeckt und die Geschichten der Opfer rekonstruiert, trifft man das erste und einzige Mal auf einen NPC. Dieser Moment ist gleichermaßen atmosphärisch wie furchteinflößend inszeniert. Das große Finale beginnt im Kirchturm Painscreeks. Man hört, wie jemand langsam die Treppen hinaufsteigt. Eine gefühlte Ewigkeit später öffnet sich knarzend die Tür und der Pfarrer steht mit Kapuze und Axt vor einem. Allerspätestens dann ist in mir Panik aufgestiegen. Ich wusste nicht wohin und bin erstmal die Treppenstufen in der Kirche hoch und runter gerannt nur um mir etwas Zeit zu verschaffen. Durch einen Tipp im Chat wurde mir klar, dass ich das Dach des Krankenhauses erreichen muss. Letzteres war mit der Kirche durch die Kanalisation verbunden. Also Beine in die Hand und nichts wie runter. Dieser Abschnitt war für mich der wohl furchteinflößendste. Ich hatte wirklich Angst und mir blieb nichts Anderes übrig als weiterzulaufen. Unterwegs bog ich dann auch noch ein paar Mal falsch ab, was mich nicht gerade beruhigte. Letztlich schaffte ich es doch noch irgendwie zum Ziel. Durch einen Schritt zur Seite konnte ich dem Angriff ausweichen, der Pfarrer fiel vom Dach und war Geschichte. Wenn ich sage, dass sich in diesem Moment wohlige Erleichterung in mir ausbreitete, ist das deutlich untertrieben.

Letzte Worte

Das war die Geschichte von „The Painscreek Killings“ und wie es in mir (zumindest von Videospielen bisher nicht gekannte) Panik in mir auslöste. Dennoch gefällt mir das Spiel v.a. aufgrund des Gameplays bis heute wahnsinnig gut. Ich wünschte, es gäbe mehr solche Spiele und freue mich schon jetzt auf „Scene Investigators“ auch wenn sich das vermutlich ebenfalls nicht besonders gut mit meinem Nervenkostüm verträgt.

Falls du es bis hierhin geschafft hast, möchte ich noch eins sagen: Danke! Danke, dass du diesen Artikel gelesen hast. Hast du „The Painscreek Killings“ auch schon gespielt? Falls ja, sag mir doch wie es dir gefallen hat. Kennst du ähnliche Spiele, die du empfehlen kannst? Ab damit in die Kommentare!

  1. Übrigens gibt es zwei. Eine davon habe ich aber verpasst (ich Glückspilz). Deswegen existiert davon leider kein Clip.
  2. Abgesehen von einer, die aber erst am Ende relevant wird

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

4 × 3 =

* Mit dem Absenden meines Kommentars erkläre ich mich damit einverstanden, dass meine personenbezogenen Daten durch diese Website gespeichert und verarbeitet werden.