Warum weniger manchmal mehr ist

Als wir vor gut einem Jahr zusammenzogen, entschieden wir uns dafür, unsere Wohnung (zumindest Wohnzimmer, Arbeitszimmer und Schlafzimmer) mit Philips Hue-Birnen und Lampen auszustatten, da ich bereits ein paar Birnen aus meiner alten Wohnung mitbrachte und das System mochte. Ich empfand es als praktisch, das Licht dimmen, unterschiedliche Farben einstellen und das Licht per Smart Assistant ein- und ausschalten zu können. Vor ein paar Monaten gesellte sich dann auch noch ein Bewegungsmelder für den Flur dazu.

Nun, ich sag es mal so: Wir sind inzwischen nicht mehr die größten Fans des Systems.

Das liegt zum einen daran, dass HomeKit/Siri und das Hue öfter mal einfach nicht wollen. Auf die Bitte, eine Lampe einzuschalten, passiert nichts. Möchte man Lampen direkt über die Home-App schalten, dauert es erstmal ein paar Sekunden, bis der Status einer jeden Lampe aktualisiert wurde. Dasselbe gilt für die Apple Watch, allerdings dauert es hier noch länger.
Zum anderen hat sich die Art und Weise geändert, wie wir mit unseren Geräten umgehen. Ich lade mein iPhone nicht mehr über Nacht, weil das a) den Akku schädigt und b) das Optimierte Laden in meinem Fall nicht funktioniert, da ich nicht immer zur gleichen Zeit ins Bett gehe. Daher schalten wir unsere iPhones über Nacht aus. Dadurch steht am nächsten Morgen kein Gerät zur Verfügung, um per Siri das Licht im Schlafzimmer einzuschalten.
Und auch der Sensor im Flur funktioniert mehr schlecht als recht. Entweder das Licht geht zu früh wieder aus oder es bleibt zu lange an. Außerdem kann ein Sensor unseren Flur nicht abdecken, weil er schlichtweg zu lang ist. Dazu kommt die Hue-Bridge, die mir – allein schon durch Ihre Notwendigkeit – ein Dorn im Auge ist.

Ach ja, weil ich vorhin die unterschiedlichen Farben ansprach: Ratet mal, wie oft ich die Lampen in den letzten 2 Jahren auf andere Farben als warmes Weiß eingestellt habe… Ja, genau, vielleicht ein einziges Mal.

Das mögen recht spezielle „Probleme“ sein und das eine oder andere davon könnte man sicherlich auch beheben (z.B. durch einen zusätzlichen Sensor im Flur oder Philips Hue-Lichtschalter) ABER ich habe darauf einfach keine Lust. Technik sollte das Leben erleichtern, nicht erschweren. Ein verkackter Lichtschalter und TRÅDFRI-Lampen mit einer Fernbedienung funktionieren in unserem Fall besser, als jedes Hue-System.

Und während ich das schreibe, frage ich mich ernsthaft, ob ich wirklich eine Uhr brauche, die mir sagt, wann ich ins Bett zu gehen habe, wie viel ich mich bewegt habe und die mich über eingegangene Nachrichten informiert. Ich meine, weiß ich das nicht auch so? Und für den Rest habe ich ein Handy.

Verflixt.

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